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Hebegurte für den professionellen Bedarf einkaufen

Hebegurte sind die richtige Wahl, wenn es um das schonende Heben und Transportieren von Lasten geht. Sie sind die wirtschaftliche Alternative zu Seil- und Kettengehängen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Arten von Hebegurten und Anschlagmöglichkeiten es gibt und was Sie grundsätzlich bei der Verwendung beachten müssen.

1. Das Wichtigste in Kürze

Was ist ein Hebegurt? Wo finden Hebegurte ihren Einsatz? In den folgenden Kapiteln erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Fakten eines Hebebandes. Ihnen werden der Unterschied zu Rundschlingen erklärt und erhalten einen Überblick über den Aufbau sowie über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

1.1. Vergleich: Unterschied Hebebänder & Rundschlingen

Hebegurt

Die Richtlinien für Hebebänder finden sich in den DIN 1492-1, Rundschlingen sind in den DIN 1492-2 definiert. Rundschlingen aus endlosgelegten Chemiefasern sind dicker und flexibler und finden ihre Verwendung bei schmaleren Auflageflächen und oberflächenempfindlichen Gegenständen. Die Hebebänder aus gewebten Fasern sind dünner und kommen für Lasten mit sauberen und breiten Auflageflächen zum Einsatz. Es ist in der Praxis allerdings üblich, die Bezeichnungen Hebebänder und Rundschlingen synonym zu verwenden.

1.2. Aufbau eines Hebegurts

Das Hebeband ist ein textiles Anschlagmittel mit einer hohen Tragkraft. Es besteht aus Chemiefasern, die in der Längsrichtung übereinandergelegt sind. An den Enden befinden sich Schlaufen oder Beschlagteile aus Metall. Entsprechend kann von einem Schlaufen-Hebegurt gesprochen werden. Zusätzliche Beschichtungen und Beimischungen können das Material stabiler und das Schlaufenhebeband unempfindlicher gegen Witterungseinflüsse machen.

1.3. Einsatzgebiete

Die Hebegurte finden in der Praxis vielfältigen Einsatz. Sie sind nützlich für das Heben von Maschinen und Maschinenteilen, kommen im Bereich der Bühnentechnik zum Einsatz und transportieren auf dem Bau verschiedene Güter, wie beispielsweise das Heben von Rohren. Für Forstarbeiten wie das Heben von Stämmen ist eine Hebeschlinge ebenfalls nützlich, ebenso wie als Hebegurte für Boote.

Die hohe Flexibilität ist eine der großen Stärken dieser Anschlagmittel. Beim Einsatz für Lasten mit einer aufrauend wirkenden Oberfläche stehen Schutzschläuche und Kantenschoner zur Auswahl. Die Hebebänder ergänzen damit Hilfsmittel wie die Kettenzüge, Hubwagen und Hochhubwagen sowie Hebelzüge.

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2. Die Tragkraft

Die Tragkraft spielt bei Hebegurten eine wesentliche Rolle. Vor dem Kauf sollten Sie sich bereits Gedanken gemacht haben, welche Lasten mit dem Hebegurt geworden werden sollen. Die Tragkraft kann einfach anhand der Farbe des Gurtes erkannt werden. Weiterhin erhalten Sie in diesem Kapitel einen Überblick über die Anschlagarten sowie über wichtige Fachbegriffe.

2.1. Tragkraft-Tabelle

Die Tragkraft-Tabelle gibt Aufschluss darüber, welche Tragkraft die Hebegurte maximal erreichen können. Zur einfacheren Orientierung sind die Gurte entsprechend ihrer Tragkraft farblich markiert. Ein Hebeband mit 1.000 kg Tragkraft zum Beispiel trägt den Farbcode Violett.

Tragkraft Farbecode
1.000 kg / 1 t Violett
2.000 kg / 2 t Grün
3.000 kg / 3 t Gelb
4.000 kg / 4 t Grau
5.000 kg / 5 t Rot
6.000 kg / 6 t Braun
8.000 kg / 8 t Blau
Ab 10.000 kg / 10 t (Schwerlast-Hebegurt) Orange

2.2. Hebebänder-Anschlagarten im Überblick

Lasten können mit den Hebegurten direkt, geschnürt und umgelegt angeschlagen werden. Die Befestigung erfolgt an Lastaufnahmeeinrichtungen, wie zum Beispiel an Laufkatzen oder Lasthaken.

  • Direkter Anschlag: Hierbei wird einen Schlaufe in die Lastaufnahmeeinrichtung eingehängt, während die andere Schlaufe an der Last befestigt wird.
  • Geschnürter Anschlag: Der Hebegurt wird um die Last geführt, wobei eine Schlaufe durch die andere gezogen wird. Die Freie Schlaufe wird in die Lastaufnahmeeinrichtung eingehängt. Der Gurt kann dabei einfach oder auch doppelt geschnürt sein. Bei der doppelten Schnürung wird das Band zweimal um die zu transportierende Last geführt.
  • Umgelegter Anschlag: Beide Schlaufen des Hebebands werden eingehängt, der Gurt wird dabei einmal um die Last gelegt.
  • Umschlungener Anschlag: Funktioniert mit dem gleichen Prinzip wie der umgelegte Anschlag, nur wird das Band zweimal um die Last gelegt.

2.3. Wichtige Fachbegriffe

WLL-Faktor

WLL steht für Working Load Limit und ist ein Maß für die Tragfähigkeit. Um den WLL-Faktor zu bestimmen, teilen die Hersteller in der Regel die Bruchfestigkeit des Gurts durch einen Sicherheitsfaktor (SF).

Bruchfestigkeit

Bruchfestigkeit ist die maximale mechanische Spannung, die ein Material aushält ohne zu brechen. Je nach Art der Beanspruchung wird die Bruchfestigkeit auch Zug-, Druck-, Biege- oder Schubfestigkeit genannt. Die Bruchfestigkeit ist abhängig von der Beschaffenheit des Materials sowie von der Temperatur. So brechen spröde Materialien schon bei kleineren Spannungen, bei elastischen Materialien kann die Bruchfestigkeit sehr hoch sein.

Bruchlast

Die Bruchlast gibt an, ab welcher Kraft das Material des Hebegurts versagt. Die Bruchlast wird benötigt, um die Bruchfestigkeit berechnen zu können.

Sicherheitsfaktor (SF)

Der Sicherheitsfaktor gibt an, um welchen Faktor die Versagensgrenze des Materials höher ausgelegt ist, als es durch Berechnungen sein müsste. Ein typischer Sicherheitsfaktor liegt zum Beispiel bei 7:1 oder 5:1.

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3. Sicherheit & Prüfung

Auch Hebegurte müssen regelmäßig geprüft werden, damit die Sicherheit für das Unternehmen inklusive aller Mitarbeiter stets garantiert werden kann.

3.1. Prüfung & Vorschriften

Die Hebegurte-Vorschriften der DGUV sehen eine regelmäßige Hebegurte-Prüfung vor. Wird diese vorgenommen, haben die Anschlagmittel kein Verfallsdatum. Die Prüfung hat einmal jährlich durch eine sachkundige Person zu erfolgen. Bei intensiver Nutzung können kürzere Prüfintervalle erforderlich sein.

3.2. Sicherheit

Die Hebegurte-Sicherheit wird gewährleistet durch eine ordnungsgemäße Verwendung. Dazu gehört, dass die maximale Tragkraft nicht überschritten wird. Bei der Verwendung sind einige Punkte zu beachten.

  1. Hebegurte sollten nie über scharfe Kanten gespannt werden.
  2. Rundschlingen dürfen nicht geknotet werden.
  3. Beim Lastenanschlag sollte ein Neigungswinkel von 60° nicht überschritten werden.
  4. Die Gurte sind so anzuschlagen, dass die Lasten nicht herunterfallen können.

Instandsetzungsarbeiten darf der Anwender nicht selbst durchführen. Diese sind nur durch den Hersteller erlaubt.

3.2.1. Ablegereife

Die Ablegereife ist bei Anschlagmitteln aus Chemiefasern erreicht, wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt:

  • CE-Kennzeichnung und/oder das Typenschild samt Pflichtangaben ist nicht mehr lesbar bzw. nicht mehr vorhanden
  • Beschädigung der Webkanten, des Gewebes oder mehr als 10 % Garnbrüche
  • Starke Verformung infolge von Wärme
  • Beschädigung der tragenden Nähte
  • Beschädigung durch aggressive Stoffe
  • Beschädigung der Ummantelung

In diesen Fällen ist die Hebebänder-Ablegereife erreicht und das Anschlagmittel muss entsorgt werden.

3.2.2. Kennzeichnung

Folgende Kennzeichnung und Angaben auf dem Etikett ist erforderlich:

  • Firmenname bzw. Herstellerkennzeichen
  • Nutzlänge in Meter
  • Tragfähigkeit in der Anschlagart (Angabe in Tonnen)
  • CE-Kennzeichnung
  • Werkstoff (PES = Polyester, blaues Etikett)
  • Rückverfolgbarkeits-Code
  • Herstelljahr
3.2.3. Aufbewahrung

Wer Hebebänder aufbewahren möchte, wählt dafür einen trockenen und luftigen Ort. Es darf kein Einfluss durch die Witterung gegeben sein. Zudem hat die Umgebung frei von aggressiven Stoffen zu sein und es dürfen sich keine Hitzequellen wie Heißdampfrohre oder Heizstrahler in der Nähe befinden.

 
Vor dem Kauf:

Wer Hebegurte kaufen möchte, sollte seine Anforderungen an die Anschlagmittel genau kennen. So ist festzulegen, wie lang und breit die Gurte sein sollen und welche Tragfähigkeit erforderlich ist. In Hinblick auf die Tragfähigkeit orientieren Sie sich am besten an den Farbcodes.

4. Modelle, Maße & Materialien

4.1. Modelle

Modell Beschreibung
Einweg-Hebegurt Hebebänder in Einweg-Ausführung werden nach DIN 60005 gefertigt. Diese Bänder finden zum Beispiel im Holzbau oder im Fertighausbereich ihre Verwendung. Ein Einsatz ist für den Transport von Gütern denkbar. Diese Gurte sind für die einmalige Verwendung vorgesehen und werden dann entsorgt. Der Sicherheitsfaktor beträgt 1:5.
Mehrweg-Hebegurt Der Mehrweg-Hebegurt lässt sich immer wieder verwenden und stellt damit eine besonders ökonomische Lösung dar. Diese Gurte sind in der Anschaffung etwas teurer als die Einweg-Modelle.
Hebegurt mit Haken Die Haken dieser Hebegurte dienen der schnellen und sicheren Befestigung an verschiedenen Lasten. Nützlich sind diese Gurte bei der Verwendung mit dem Kran oder Werkstattkran.

4.2. Maße

Die typische Länge für Hebegurte liegt bei 1,0 bis 8,0 m. Die Breite des Gurtes liegt zwischen 30mm (Hebegurt mit geringerer Kapazität) bis 300mm (Hebeband für 10.000kg-Lasten)

Ist das Hebeband endlos ausgeführt, ist auch von einer Band- oder Rundschlinge die Rede. Hierbei handelt es sich um ein zu einem Ring geschlossenes Hebeband.

4.3. Materialien

Ist ein Hebeband aus Polyester gefertigt oder handelt es sich um Hebebänder aus Chemiefasern, ergibt sich in der Praxis die beste Stabilität und Tragfähigkeit. Hebebänder aus diesen Materialien sind entsprechend häufig auf dem Markt zu finden.

 
Tippbox:

Aus welchem Material bzw. Werkstoff ein Hebegurt besteht, lässt sich schnell anhand der Farbe des Typenschilds erkennen:

  • Blaues Etikett: PES (=Polyester)
  • Grünes Etikett: PA (=Polyamid)
  • Braunes Etikett: PP (=Polypropylen)

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