Weiter einkaufen
Ihr Warenkorb ist noch leer.
Filtern nach

Hubwagen ziehen oder schieben?

Das Ziehen und/ oder Schieben ist eine der klassischen, alltäglichen Tätigkeiten im Umgang mit Hubwagen. Sobald Waren schwer oder sperrig sind, werden sie auf Hubwagen verfrachtet. Die körperliche Belastung wird durch Arbeiten mit Hubwagen verringert. Dennoch gibt es grundlegende Aspekte im Umgang, die beachtet werden müssen, um dem Körper nicht zu schaden.

hubwagen

Geschobener Hubwagen mit körpergerecht hohen Griffen

Besonderheiten beim Ziehen und Schieben

Beim Ziehen oder Schieben von Hubwagen wird fast der gesamte Körper eingesetzt: die Wirbelsäule, Knie, Hüftgelenke und der gesamte Hand-Arm-Schulter-Bereich. Eine belastungsarme und sichere Arbeitsweise schont den Körper, garantiert Sicherheit und beugt Unfällen oder Überbelastungen vor. Dazu muss man wissen, wie das Muskel-Skelett-System arbeitet!

Zum Ziehen und Schieben müssen Kräfte aufgebracht werden, die in der horizontalen Ebene wirken. Ein aufgerichteter Mensch kann in diese Richtung nur wenig Kraft aufwenden. Es gibt zwei Möglichkeiten.

  1. Der Körper wird in die Kraftrichtung geneigt.
  2. Der Körperschwung wird ausgenutzt.

Bei Tätigkeiten, wie Beschleunigen, Abbremsen oder Richtungsänderungen werden beide Möglichkeiten kombiniert. Gleichmäßiges Ziehen oder Schieben erfolgt immer mit geneigtem Körper. Solange keine Maximalkräft in diesen Positionen aufgewendet werden, bestehen keine gesundheitlichen Bedenken. Bei länger andauernden Belastungen dürfen 15% der Maximalkraft nicht überschritten werden!

Wissenswert: Beim Schieben eines Kinderwagen werden 15% der menschlichen Körperkraft benötigt, bei einem Schubkarren hingegen sind es 50%, bei einem Schrank auf einem Teppichboden 100%.

Gefahren

Oftmals werden beim Ziehen und/ oder Schieben höhere Kräfte aufgewendet als es gut für den Körper ist. Das liegt unter anderem daran, dass das Gewicht der Last schwer eingeschätzt werden kann. Schäden können, wie sie beim Heben und Tragen auch vorkommen, in folgenden Formen auftreten:

  • Dauerhafte Muskelanspannung kann zu einer Überlastung von Sehnen, Muskeln, Bändern und Gelenken führen
  • Sehnen und Gelänke reagieren mit Reizungen und Entzündungen
  • Verdrehung des Kniegelenks
  • Verdrehung der Wirbelsäule, vor allem der Halswirbelsäule
  • Übermäßige Krümmung der Lendenwirbelsäule
  • Ziehende Bewegungen beanspruchen das Schultergelenk

Überlastungen können durch schnelle Richtungsänderungen oder abruptes Abbremsen entstehen, ebenso aber als Folge von plötzlichem Wegrutschen und heftigen Stößen.

Risikoverringerung - Geeignete Transportmittel

Geeignete Maßnahmen und Arbeitsmittel müssen - laut der Lastnhandhabungsverordnung - eingesetzt werden, um das Risiko für Verletzungen zu reduzieren. Doch auch der Arbeitnehmer muss unnötige und zu stark belastende Aktivitäten meiden. Hilfsmittel können Abhilfe schaffen. Diese werden nach folgenden Kriterien ausgewählt.

  • Art, Größe, Gewicht des Transportguts, Weglänge, Wegbeschaffenheit, Häufigkeit der Nutzung

Grundprinzipien, die es zu befolgen gilt, lauten, wie folgt:

  • Geringes zusätzliches Gewicht
  • Gut laufende Bereifung
  • Scharfe Bremsen, eventuell Feststellbremsen
  • Hohe Eigenstabilität
  • Körpergerechte Griffe
  • Frei Sicht

Unterstützende Transportmittel sind beispielsweise Transportkarren, Transportroller, Transportwagen, aber auch Hebezeuge, wie Anschlagmittel oder Handseilwinden.

Praxistipps

Um das Transportieren so einfach wie möglich zu gestalten, sollten folgende Punkte beachtet werden.

  • Ebener, fester und sauberer Boden
  • Gepflegte Bereifung
  • Möglichst gerade Wege ohne scharfe Abbiegungen oder Abzweigungen
  • Ausrollmöglichkeiten oder gute Bremsen
  • Stellen, die Bewegungsgenauigkeit erfordern mit Puffern versehen
  • Wegstrecken gut ausleuchten
  • Keine oder zumindest nur geringe Neigungen
  • Bei häufigem Ziehen und/ oder Schieben oder bei großen Distanzen auf mechanische Antriebe umsteigen - Elektro-Hubwagen

Übrigens:

  • Auf weichem Untergrund lassen sich Wagen nur schwer bewegen
  • Hat ein Wagen einen hohen Schwerpunkt, so besteht bei kleinen Unebenheiten die Gefahr, dass er kippt
  • Bereits geringe Neigungen bedingen hohe Hangabtriebskräfte
  • Aufwärtschieben ist kraftintensiv
  • Arbeiten zu zweit auszuführen kann Abhilfe schaffen - sobald dies nötig ist, sollte ein Elektro-Hubwagen angeschafft werden

Einzelnachweise